Ein Obdachloser, der um die Sechzig zu sein schien, packte seine Angelausrüstung sorgfältig in einen abgenutzten, aber robusten Rucksack. Dieser Rucksack hatte schon viel erlebt: Regen, Schnee, Hitze. Darin befanden sich Köderdosen, Haken, Schwimmer und Würmer in einer alten Streichholzschachtel. Für ihn war Angeln kein Hobby, sondern eine Überlebensstrategie.

Er trug einen alten, abgetragenen Mantel und Gummistiefel, die er vor ein paar Jahren in einem Müllcontainer gefunden hatte; einer davon war etwas zu klein, aber er hatte sich daran gewöhnt. Der Rucksack lastete schwer auf seinem Rücken, doch er richtete sich auf und machte sich auf den Weg zum Fluss, wie jeden Tag. Er hatte weder Zuhause noch Familie noch Arbeit. Manchmal gab ihm jemand heißen Tee oder ein Stück Brot, aber hauptsächlich lebte er von den Fischen im Fluss.
Nach einer Stunde Angeln hängte er statt eines Fisches einen Pappkarton an seinen Haken.
„Noch mehr Müll“, seufzte er.
Der Karton war schwer. Er bemerkte etwas darin und wollte es gerade wegwerfen, als er ein seltsames Knarren hörte.
Er zog es an sich. Vorsichtig riss er den feuchten Karton auf, und sein Herz stockte für einen Moment. Darin war…

Darin lag zitternd und die Ohren zuhaltend ein kleines rothaariges Kätzchen. Dünn, durchnässt und verängstigt. Es sah ihn mit ängstlichen Augen an und miaute leise.
Der alte Mann sagte nichts. Er zog seinen Mantel aus, deckte die Katze zu und setzte sich ans Flussufer. Er war nicht sentimental, aber etwas an diesem kleinen Geschöpf berührte ihn tief im Inneren.
Er nannte sie Spark.
Von diesem Tag an änderte sich alles. Er teilte seinen Fisch mit ihr, deckte sie nachts mit seiner Jacke zu. Obwohl sie auf der Straße lebte, wurde die Katze schnell stärker und folgte ihm überall hin wie eine kleine Freundin. Und eines Tages rettete sie ihm buchstäblich das Leben.
An diesem bitterkalten Wintertag verlor der alte Mann auf einer Parkbank das Bewusstsein: Er war schwach, kalt und hungrig. Iskra blieb. Sie sprang ihm auf die Brust, streichelte ihn und miaute leise.
Eine vorbeigehende Frau bemerkte ihn und rief um Hilfe. Der Mann wurde wiederbelebt und in ein Tierheim gebracht, wo er Futter und ein Bett bekam. Er konnte die Katze behalten.
Einige Wochen später fand er dank der Hilfe einer Freiwilligen Arbeit als Katzensitter. Der Lohn war bescheiden, aber ausreichend. Iskra lebte mit ihm in einem kleinen Zimmer neben dem Verwaltungsbüro. Sie konnte nicht glauben, wie sehr sich ihr Leben verändert hatte.
Er fischte nicht mehr. Er hatte einen Job, ein Dach über dem Kopf und, was am wichtigsten war, jemanden, um den er sich kümmern konnte.